CAP COLOGNE

EXTRA feat.”Metamorphose. Faszinosum floralen Wandels” 18.06. – 04.07.2010 Eröffnung Freitag, den 18.06.2010 um 19 Uhr Begrüßung: Barbara Hofmann-Johnson (Kunsthistorikerin, freie Kuratorin und Projektbetreuung extra HALLE ZEHN ) Einführung: Dr. Sven Nommensen, Kurator der Ausstellung, Braunschweig Ausstellungszeitraum 18.06.- 04.07. 2010 Öffnungszeiten Fr – So 15 – 19 Uhr

Arbeiten von: Hermine Anthoine, Matthias Berthold, John Bergen,Hermann de Vries, Rolf Bergmeier, Brad Downey, Harald Finke, Doris Halfmann, Katharina Kamph, Toshiya Kobayashi, Wolfgang Laib, Volker Lang, Reiner Maria Matysik, Marnie Moldenhauer, Mariella Mosler, Piotr Nathan, Guiseppe Penone, Pierre Raynaud, Yuken Teruya, Rikuo Ueda, Timm Ulrichs,Ingo Vetter, Friedrich Werthmann

Kurator: Sven Nommensen, Braunschweig Dass das Leben auf der Erde ohne Pflanzen nicht möglich wäre, zumindest nicht in der uns bekannten Form, ist ein Gemeinplatz. Allerdings werden wir uns dieser Tatsache nur selten bewusst. Als Garten hinter unserem Haus, als Wildkraut zwischen den Pflastersteinen, als Gemüse auf dem Teller, als Textil auf der Haut oder als Benzin im Autotank – Pflanzen bestimmen mit ihrer erstaunlichen Formenvielfalt unser Dasein. Pflanzen sind allgegenwärtig und dienen vor allem als Produzent von Sauerstoff; aber auch als Ausgangsstoff für Energiequellen, wie Kohle und Erdöl, als Nahrungslieferant, als Kräuter- und Heilmittel oder als Baustoff und vieles weitere mehr. Diese grenzenlose Vielfalt und Omnipräsenz, die ungezählten Erscheinungsformen des Pflanzlichen erklären schließlich den hohen symbolischen Gehalt der Pflanze in Kunst und Philosophie, in Religionen und Brauchtum. Die Ausstellung „Metamorphose. Faszinosum floralen Wandels“ geht den Kräften der pflanzlichen Natur auf den Grund. Die teilnehmenden Künstler analysieren die Pflanze in ihren vielfältigen Erscheinungsformen und richten das Augenmerk auf die „entelechia“, also die Formkraft, die für den Vollzug realer Naturprozesse sorgt. Die Ausstellung ist dialogisch angeordnet, d.h. die Werke sind nicht nur als Einzelpositionen zu verstehen, sondern Kontextualisierungen und Gegenüberstellungen schaffen unvorhersehbare Verbindungen zwischen den Werken und fördern neue Sichtweisen auf das Faszinosum floralen Wandels zu Tage. So bildet die Gegenüberstellung der in Silber gegossenen keimenden Kartoffeln („Love hearts“) von Mariella Mosler und das ungehinderte Wachstum der Bohnen in Doris Halfmanns Installation „bean me up“ die Klammer des Themas. Der Dialog zwischen den Werken repräsentiert beide Pole der pflanzlichen Metamorphose: das Werden und die Erstarrung. Die Triebe der Kartoffeln versinnbildlichen die, dem pflanzlichen Leben zugrunde liegende Kraft, welche allerdings im Silberguss unwiederbringlich erstarrt ist. Hingegen kann sich der Urtrieb des Werdens in Doris Halfmanns Installation voll entfalten. Die Bohnen sorgen für neues Wachstum, indem sie über den Zylinderrand ins Wasser fallen und dort neue Triebe hervorbringen. Ähnlich wie Mariella Mosler ihre Kartoffelkeime, so hat Hermine Anthoine die verwelkte Schönheit der Sonnenblumen in einen gefrorenen Zustand versetzt. Die in Bronze gegossenen Sonnenblumen stehen zudem auf der Blüte und stellen die gewöhnliche Wachstumsrichtung auf den Kopf. In anderen Werken treffen natürliche Materialien als modifizierter und modifizierbarer Stoff aufeinander, sie verbinden Artifizielles und Natürlichkeit. Rolf Bergmeier schafft Skulpturen aus Holz, die „wie gewachsen“ daherkommen, aber dem natürlichen Wachstum gänzlich widersprechen. In aufwändiger Herstellungsweise verleimt der Künstler eine Vielzahl von gesägten Holzfragmenten miteinander und verleiht der Gesamtform durch die Re-Konstruktion von Aststrukturen eine natürliche Erscheinung.Auf gänzlich andere Weise verbindet John von Bergen künstlerisches Schaffen und natürliche Schöpfung: der Künstler montiert Knochen und Astsegmente Weise zu einer natürlich erscheinenden Mutation. Diesem Dialog reiht sich die Arbeit von Matthias Berthold ein. Ein Feuer sorgte für eine Vertiefung und die Strukturen der Oberfläche des aus 10 Holzbalken zusammengesetzten Quaders. Weitere teilnehmende Künstler: Hermann de Vries, Katharina Kamph, Wolfgang Laib, Volker Lang, Reiner Maria Matysik, Marnie Moldenhauer, Piotr Nathan, Guiseppe Penone, Pierre Raynaud, Yuken Teruya, Rikuo Ueda, Timm Ulrichs, Ingo Vetter, Friedrich Werthmann (Text:Sven Nommensen, Kurator der Ausstellung, Braunschweig)

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